Handballregion Bottwar JSG

Sensation knapp verpasst

 04.02.2018 Ein erkrankter Trainer Jonathan Siegler aber im Gegenzug die wieder genesenen Spieler Alexander Schäfer und Kenan Günsoy waren die Vorzeichen für das anstehende Derby gegen den Tabellenersten aus Kornwestheim in der Sporthalle In den Bäderwiesen in Oberstenfeld. Aufgrund der zuletzt starken Mannschaftsleistung ging man selbstbewusst in diese Partie, um die Scharte aus dem Hinspiel auszuwetzen.

 Ergebnis

 HABO - SV Salamander Kornwestheim 1894             29:29 (16:12)

 

Gut gemacht HABO!

 Von der ersten Minute an zeigten sich die Gastgeber hellwach. Ein parierter 7m und Tore aus gleich vier Positionen bescherten der Mannschaft bis zur 13. Minute einen 3-Tore-Vorsprung. Drei ausgesprochene Verwarnungen gegen die HABO bewiesen den Gästen die körperliche Präsenz der Gastgeber, die bereit waren, die Zweikämpfe kompromisslos anzunehmen. Bis zum Ende der ersten Halbzeit schenkten sich die beiden Kontrahenten nichts, auch wenn die Schwarzen bis dahin schon drei Hinausstellungen kompensieren mussten. Aber gerade in diesen Phasen übernahmen die auf der Platte verbliebenen Spieler Verantwortung und gerieten nicht ins Hintertreffen. Ein großartig aufgelegter Torhüter Max Wien trug seinen Teil dazu bei, dass bis zur Halbzeit der Vorsprung sogar auf vier Tore zum 16:12 ausgebaut werden konnte. Dieser 16. Treffer von Alexander Schäfer mit dem Halbzeitpfiff aus 15m riss die Zuschauer zu Begeisterungsstürmen hin, auch wenn die Spannung auf der Tribüne durch emotionale Zuschauer bis dahin schon gewährleistet war.

 

Punkt verloren oder gewonnen?

 Die Spieler bedurften in der Kabine keiner Motivationsansprache, vielmehr galt es, Besonnenheit und Cleverness zu zeigen und am bisherigen Konzept festzuhalten. Bis zur 56. Minute gelang dies auch insbesondere im Angriff ausgezeichnet. Allerdings kassierten die Schwarzen aufgrund zu uncleveren Abwehraktionen immer wieder 2-Minuten-Zeitstrafen und schwächten sich damit selbst. Ein weiteres Davonziehen wurde damit nicht möglich; es blieb beim 3-Tore-Vorsprung. In den letzten vier Minuten bewiesen die Gäste dann, warum sie an der Tabellenspitze stehen. Die Abwehr erhöhte den Druck auf die Schwarzen und zwang diese somit immer wieder ins erfolglose Zeitspiel. Die HABOler schafften es in dieser heißen Schlussphase nicht, über Konzeptionen Torchancen zu kreieren, sondern verrannten sich in Einzelaktionen. Tor um Tor holte der SV Kornwestheim auf und 17 Sekunden vor Ende gelang durch einen 7m-Treffer die erste Führung zum 29:28. Aber charakterstark stemmten sich die Schwarzen gegen die Niederlage und warfen alles in den letzten Angriff. Eine 2-Minuten-Strafe für die Gäste, ein gegebener 7m, der wieder zurück genommen wurde, und ein beherzter Zeitnehmer, der auf die „letzten 30 Sekunden“ hinwies, prägten die Endphase. Am Ende gab es den berechtigten 7m für die HABO, den Alexander Schäfer souverän zum 29:29 einnetzte.

 HABO-Trainer Christopher Pantle, der die Partie umsichtig coachte, zeigte nach der Begegnung ein lachendes und ein weinendes Auge. Ein Punktgewinn gegen den Tabellenersten ist eine großartige Leistung, allerdings waren zwei Punkte in greifbarer Nähe. Mit etwas mehr Kaltschnäuzigkeit hätte man den Vorsprung verwalten und über die Zeit retten können. Aber die Mannschaft bot den Zuschauern an diesem Mittag Handballunterhaltung vom Feinsten und hat bewiesen, dass sie mit der Tabellenspitze auf jeden Fall mithalten kann.

 Nun ist erst einmal eine Pause angesagt, bevor es am 24. Februar zur HSG Rottweil geht. Mit der zuletzt gezeigten Leistung darf man auf zwei Punkte hoffen.

 Es spielten: Im Tor: Max Wien, Christian Kümmerlen

Im Feld: Nils Auracher, Julian Fähnle (5), Alexander Schäfer (12/5), Levin Rill (5), Kenan Günsoy (2), Justus Weller, Colin Höcht (3), Nico Baur (1), Maximilian Schädlich (1), Florian Rempfer, Finn-Luca Stewen

Auf der Bank: Christopher Pantle


 rempfer  5. Februar 2018   HABO, mA, Spielberichte